Eckhart Tolle

Jetzt! Die Kraft der Gegenwart

Vorbemerkung

Dies ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte aus Eckhart Tolles Buch. Wer es noch nicht gelesen hat, möge sich davon anregen lassen. Eckart Tolle ist aus meiner Sicht einer der besten derzeit lebenden spirituellen Lehrer. Da diese Zusammenfassung ursprünglich nur für den eigenen Bedarf geplant war, ist sie etwas stichwortmäßig, doch hoffentlich dennoch einigermaßen verständlich.

 

Vorwort

Den analytischen Verstand und das falsche, von ihm geschaffene Selbst, hinter uns lassen. Wir sind nicht unser Verstand. Hingabe an das Jetzt. Unser Körper und die Stille sind der Schlüssel für einen Zustand von innerem Frieden.

Vorwort von Vera F. Birkenbihl

Die meisten Menschen haben sich damit abgefunden, gelebt zu werden. Viele Menschen sind auf der Suche nach Hilfe für mehr „Sein“.

Wir verwechseln die Zwänge des täglichen Tuns mit dem Leben. Wir bekämpfen etwas ohne zu merken, dass wir damit das Bekämpfte stärken und vergeuden damit unsere Lebensenergie.

Auf einer tiefen Ebene kennen alle Menschen die tiefen Wahrheiten und bedürfen nur einer Er-Innerung.

Einleitung

In der Essenz hat es immer nur eine Lehre gegeben. In den alten Religionen ist diese Essenz jedoch mit fremden Inhalten so überlagert, dass sie kaum noch erkennbar ist. Sie hat ihre transformative Kraft verloren.

1. Du bist nicht der Verstand

Wir suchen im Außen nach Erfüllung. Sicherheit, Wertschätzung und Liebe, doch der wahre Reichtum liegt im Inneren. Dort ist die strahlende Freude des Seins. Das Wort Erleuchtung lässt an übermenschliche Fähigkeiten denken und hat einen Reiz insbesondere für das Ego. Doch Erleuchtung ist ein ganz natürlicher Zustand, ein Gefühl von Einheit mit dem Sein. Mit dem Verstand ist das nicht zu erfassen. Dieses Sein können wir auch Gott nennen. Doch das Wort Gott ist zu einem Konzept geworden, unter dem Menschen sich alles mögliche vorstellen. Sein ist deine eigenste Essenz.

 Denken lässt sich nicht mit Sein und Identität nicht mit Denken gleichsetzen. Der zwanghaft (= unbewusst) Denkende lebt in einer komplexen Welt ständiger Probleme. Identifikation mit dem Verstand erschafft einen Schleier aus Konzepten, Vorstellungen und Urteilen zwischen dir und dem Sein und anderen Menschen. So entsteht die Illusion der Trennung, dass es dich und andere gibt. Du vergisst, dass du eins bist mit allem, was ist. Du magst dies zwar glauben, kannst es aber nicht als Wahrheit fühlen. Wenn der Verstand sich selbstständig macht, gebraucht ER DICH, statt DU IHN. Du hältst dich für den Verstand. DAS ist die Krankheit.

Der Verstand beißt sich an Problemen fest. Darum kann er Atombomben bauen. Doch DU in deiner Essenz hast nicht das geringste Interesse an Atombomben. Freiheit beginnt, wenn es dir gelingt, den Denker zu beobachten.

 Du hast ständig eine Stimme im Kopf, die spekuliert, vergleicht und urteilt. Sie hat wenig mit der jetzigen Situation zu tun, sondern lässt die Vergangenheit aufblühen oder übt für die Zukunft und sorgt sich. Hier liegt die Ursache für Leid, Unglück und Krankheit. Du kannst dich von deinem Verstand befreien – beobachte einfach dein Denken. Beurteile nicht, was du hörst, beobachte nur. Du wirst mehr und mehr Stille und Freude in dir spüren – du wirst gegenwärtig. Oder richte deine Aufmerksamkeit vollkommen auf das Jetzt, mache etwas TOTAL bewusst.

 Für das Ego existiert der gegenwärtige Moment kaum. Es hält die Vergangenheit am Leben und versetzt sich in die Zukunft: „Wenn DIES geschieht, werde ich glücklich sein.“ Der Verstand ist nützlich für praktische Zwecke wie analysieren, Unterscheidungen treffen. Im erwachten Zustand kannst du ihn dann frei von all den unbewussten inneren Dialogen benutzen. Kreative Impulse kommen nicht von ihm, da ist eine höhere Intelligenz im Spiel, aber er kann diesen eine Form geben.

 Verstand (nach Definition E. Tolle!) beinhaltet Emotionen sowie alle unbewussten geistig-emotionalen Reaktionsmuster. Emotionen sind eine Spiegelung des Verstandes im Körper, hervorgerufen durch unbewusste Gedankenmuster. Du kannst sie ins Bewusstsein bringen, wenn du deine Gefühle beobachtest. Wenn du Emotionen nicht fühlen kannst, wirst du sie als körperliches Symptom erleben oder als äußeres Geschehen. Fühle den Körper von innen, das bringt dich in Kontakt mit deinen Emotionen.

Du kannst deine unbewussten Verstandesaktivitäten vielleicht nicht immer als Gedanken ins Bewusstsein bringen, aber sie werden vom Körper immer als Emotionen reflektiert und dessen kannst du dir bewusst werden – als Beobachter. Erlaube der Emotion, da zu sein, aber identifiziere dich nicht mit ihr.

Eine Emotion ist ein energetisch aufgeladenes Gedankenmuster mit oft überwältigender Ladung, das von dir Besitz ergreifen will. Gedanken und Emotionen verstärken sich, wenn du nicht gegenwärtig bist. Alle Emotionen sind Abwandlung einer grundlegenden Emotion. Sie hat ihren Ursprung im Verlust des Bewusstseins darüber, wer du bist. Diese Emotion enthält das ständige Gefühl von Angst, Gefahr, Verlassensein und Unvollkommenheit. Dieses Grundgefühl ist der „Schmerz“ und der Verstand möchte diesen bekämpfen. Das gelingt ihm nur zeitweise, denn er ist ein Teil des Problems. Du wirst nie frei von Schmerz sein, solange du dein Selbstgefühl aus der Identifikation mit dem Ego beziehst.

Liebe und Freude sind natürliche Zustände innerer Verbundenheit mit dem Sein. Plötzlich ist innere Stille da und damit eine subtile intensive Freude, Liebe und Frieden. Sie liegen jenseits der Emotionen auf eine viel tieferen Ebene. Um sie zu erfahren, musst du dir deiner Emotionen bewusst werden. Emotion kommt von emovere = stören. Ein nur emotionales Hoch trägt schon den Keim seines Gegenteils in sich.

Verlangen kommt vom Verstand, der in äußeren Dingen Erfüllung sucht. Auch der Wunsch nach Erleuchtung ist auf dieser Ebene ein Verlangen des Verstandes. Bleibe einfach gegenwärtig, statt dich zu bemühen.

 2. Bewusstsein – Der Weg aus dem Schmerz heraus

Frage: Geht es nicht darum, mit dem Schmerz zu leben, anstatt zu versuchen, ihn zu vermeiden?

Der meiste Schmerz ist unnötig und wird vom unbewussten Verstand erschaffen. Er entspringt der Ablehnung dessen, was ist, einer Form von Beurteilung. Der Ausweg ist ein totales JA zum jetzigen Moment und kein Kampf mit dem Leben. Gib dich hin und das Leben beginnt für dich zu arbeiten.

Alle emotionalen Verletzungen hinterlassen einen Restschmerz, der in dir weiterlebt. Er vermischt sich mit altem Schmerz, ein negatives Energiefeld entsteht. Es besetzt deinen Körper und Verstand. Wir nennen das Schmerzkörper. In unglücklichen Menschen ist er meist aktiv, bei anderen kann ein Gedanke oder eine Bemerkung von anderen ihn erwecken. Er kann andere angreifen oder dich selbst. Krankheiten und Unfälle entstehen so. Kleine Verstimungen, Ungeduld, Verärgerung, Bedürfnis nach Drama zeigen dir sein Erwachen an. Sobald er Macht über dich hat, wird er Situationen in deinem Leben erschaffen, die ihm seine Energiefrequenz zurückgeben. Schmerz kann sich nur von Schmerz ernähren und nie von Freude. Sein Überleben hängt von deiner unbewussten Identifikation mit ihm ab.

Wenn du deinen Schmerzkörper beobachtest, ohne zu analysieren und zu urteilen, ist die Identifikation mit ihm gebrochen. Gegenwärtigkeit ist eingetreten. Nun bist du Zeuge, er kann dich nicht länger benutzen.

Vielleicht wirst du Widerstand spüren. Es ist die unbewusste Angst vor dem Verlust deiner Identität. Schmerz wäre dir lieber als den Sprung ins Unbekannte zu wagen. Beobachte die eigenartige Befriedigung aus dem Unglücklichsein. So wird er Widerstand nachlassen.

 Frage: Wie entsteht Angst und ist sie nicht gesunder Selbstschutz?

Um Gefahr zu vermeiden brauchst du keine Angst, sondern nur etwas Intelligenz und einen gesunden Menschenverstand. Psychologische Angst hat nichts mit einer konkreten Gefahr zu tun. Sie hat verschiedene Formen: Unruhe, Sorgen, Ängstlichkeit, Nervosität, Spannung, Grauen usw. Sie hat mit etwas zu tun, was passieren könnte. Und mit solch einer Projektion deines Verstandes kannst du nur schwer zurechtkommen. Das Ego regiert und fühlt sich trotz äußerer Selbstsicherheit bedroht. Im Grunde hat es Angst vor dem Tod (siehe alte Instinkte, H.H.).

Fast jeder lebt im Zustand der Angst, nur die Intensität unterscheidet sich.

Wenn du Beobachter wirst, dich von deinem Ego getrennt hast, wird es für dich nicht mehr wichtig sein, ob du Recht hast oder nicht. Dein Selbstgefühl kommt aus einer viel tieferen inneren Wahrheit. Beobachtung kann das unbewusste Muster schnell auflösen.

Zusätzlich zum emotionalen Schmerz kommt noch ein tief sitzendes Gefühl des Mangels und der Unvollkommenheit, ein unzulängliches Selbstwertgefühl, ein Habenwollen. Dieses innere Loch versuchen Menschen durch Besitz, Geld, Erfolg, Macht, Anerkennung, Glaubenssysteme, Zugehörigkeit, Sex, Beziehungen usw. zu füllen. Sie wollen sich damit besser fühlen. Doch das wirkt nur kurzfristig, das Loch bleibt.

 3. Eine Bewegung tief in die Gegenwart hinein

Frage: Muss ich nicht noch sehr viel über die Funktionsweise des Verstandes wissen?

Nein, die Probleme des Verstandes können nicht auf der Verstandesebene gelöst werden. Der Grundmechanismus des unbewussten Zustandes ist die Identifikation mit dem Verstand. So entsteht ein falsches Selbst, ein Ego als Ersatz für das wahre, im Sein verwurzelte Selbst.

Das Ego lebt in einem dauernden Zustand von Angst und Bedürftigkeit. Es gibt keinen Grund, diese zahlreichen Erscheinungen zu untersuchen. Denn genau dies liebt das Ego. Es liebt Probleme und komplexe Strukturen.

Wenn du gegenwärtig bist, kannst du dem Verstand erlauben, so zu sein, wie er ist und dich nicht mehr in ihn verwickeln. Schließlich ist er ein großartiges Werkzeug.

Zeit und Verstand sind untrennbar. Der Verstand beschäftigt sich mit Vergangenheit und Zukunft und verweigert sich dem jetzigen Moment. Die Vergangenheit gibt ihm Identität und die Zukunft verspricht Erfüllung. Beides sind Illusionen.

Richtig kostbar ist nicht die Zeit, sondern das Jetzt, weil es das Einzige ist.

Frage: Die Vergangenheit bestimmt, wer wir sind und Ziele für die Zukunft bestimmen unser gegenwärtiges handeln. Ist das nicht so?

Wenn du dich an die Vergangenheit erinnerst aktivierst du JETZT eine Erinnerungsspur. Die Zukunft ist eine Projektion vom JETZT. Es gibt nur Jetzt. Vergangenheit und Zukunft haben keine eigene Realität. Das Dilemma ist, dass die Essenz dessen nicht mit dem Verstand erfasst werden kann. In dem Moment, wo DU es erfasst, schaltet das Bewusstsein um: Vom Verstand zum Sein, von der Zeit zur Gegenwart. Plötzlich fühlt sich alles lebendig an. Manchmal geschieht so etwas in lebensbedrohlichen Situationen und plötzlich taucht der richtige Impuls auf.

Alle spirituellen Meister haben schon immer auf das Jetzt als Schlüssel zur spirituellen Dimension hingewiesen. Frage dich: Gibt es JETZT ein Problem?

Wahrnehmung ohne den Schleier des Verstandes lässt uns alles um uns herum in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Der Verstand ist für einige praktische Alltagsdinge sehr nützlich. Erlaube ihm aber nicht, sich in andere Bereiche deines Lebens einzumischen.

Wenn bestimmte Situationen eine Reaktion mit starker emotionaler Ladung hervorrufen, benötigst du ein Höchstmaß an Gegenwärtigkeit. Die Emotion überwältigt dich, du wirst eins mit ihr. Du greifst an, setzt andere ins Unrecht. Identifikation mit dem Verstand gibt ihm Energie, Beobachtung entzieht im Energie.

Versuchst du ständig woanders zu sein als da, wo du bist? Ist dein Tun und Handeln hauptsächlich ein Mittel zum Zweck? Ist Erfüllung immer woanders oder beschränkt sie sich auf kurzfristige Vergnügungen? Im unerleuchteten Verstand wird das kreative Potenzial des Jetzt von psychologischer Zeit verdeckt. Das Leben verliert seine Dynamik. Deine alten Muster geben dir eine Identität. Alle Negativität wird durch Ablehnung der Gegenwart verursacht. Es gibt keine Erlösung in der Zeit. Gegenwärtigkeit ist der Schlüssel zur Freiheit. Hoffnung lässt dich weitermachen, aber sie lenkt dich in die Zukunft und hält deine Ablehnung der Gegenwart aufrecht. So bist du nicht offen für kreative Lösungen im Jetzt.

Wenn du gerade Probleme hast und unglücklich bist, dann verwechsle dein Leben nicht mit deiner Lebenssituation. Deine Lebenssituation existiert in der Zeit, dein Leben im Jetzt. Reduziere dein Leben auf DIESEN MOMENT. Gibt es JETZT ein Problem? Bedenke: Wenn du voller Probleme bist, gibt es keinen Raum für das Neue.

Frage: Weiche ich so nicht meinen Problemen aus?

Wenn du dich plötzlich im Paradies wiederfändest, würde dein Verstand alsbald „Ja, aber…“ sagen. Letztlich geht es nicht darum, deine Probleme zu lösen, sondern zu erkennen, dass es keine Probleme gibt, sondern nur Situationen. Sie sind Teil des gegenwärtigen Moment und erfordern evt. Beachtung. Aber diese ohne all den mit Problemen verbunden emotionalen Ballst. In Gegenwärtigkeit wird dein Verstand klar und dein Handeln wirkungsvoll sein.

4. Strategien des Verstandes, um die Gegenwart zu vermeiden

Frage: Was für einen Unterschied macht es, dass Zeit eine Illusion ist?

Als intellektuelle Einsicht ist es nur ein weiterer Glaube. Um diese Wahrheit zu erkennen, musst du sie mit jeder Zelle deines Körpers leben – in totaler Präsenz, frei von Identität. Vielleicht schaffst du es am Anfang nur für einige Sekunden.

Im Wachzustand gibt es gewöhnliche und tiefe Unbewusstheit. Gewöhnliche Unbewusstheit ist die Identifikation mit Gedankenprozessen, Emotionen, Reaktionen, Wünschen, Abneigungen usw. Du wirst vom Ego-Verstand beherrscht. Es geht um keinen aktuellen Schmerz, sondern um eine Art Hintergrundgefühle aus Unbehagen, Langeweile, Unzufriedenheit oder Nervosität – wie ein ständiges Rauschen. Es ist zu einem Teil deines normalen Lebens geworden. Um dieses grundlegende Unbehagen zu beseitigen, benutzen Menschen Alkohol, Sex, Essen, Arbeit, Fernsehen, Einkaufen. Aktivitäten, die durchaus Freude bringen können, werden zwanghaft und zu Süchten.

Wenn etwas „schief geht“ verwandelt sich gewöhnliche Unbewusstheit in den Schmerz der tiefen Unbewusstheit. Du leidest. Starke Negativität wie Wut, Angst, Aggression bricht hervor, der Schmerzkörper wird aktiviert.

Daher bringe in normalen Situationen mehr Bewusstsein in dein Leben. So entwickelst du Gegenwartskraft, ein Energiefeld von hoher Vibrationsfrequenz. Werde Zeuge deiner Gedanken und Emotionen.

Die Unterströmung ständigen Unbehagens ist in der westlichen Zivilisation zu einer kollektiven Funktionsstörung geworden. Sie hat eine unglückliche und grausame Zivilisation geschaffen.

Frage: Wie können wir davon frei werden?

Mache sie dir bewusst. Wo entsteht Unbehagen durch unnötiges Urteilen, Widerstand gegen das, was ist? Alles Unbewusste löst sich durch das Licht des Bewusstseins auf. Über dich in Selbstbeobachtung deines geistig-emotionalen Zustandes. Bist du gerade entspannt und voller (subtiler) Freude? Was ist jetzt gerade? Was denkst du gerade, was fühlst du gerade? Ärgerst du dich über das, was du gerade tust? Hegst du Groll gegenüber jemanden? Erkenne, wie du dich und alles um dich herum mit dieser Energie vergiftest. Gibt es gerade Ärger oder Unwilligkeit? Fühle die Emotion. Es ist egal, ob deine Gedanken über eine Situation berechtigt sind oder nicht. Du leistest Widerstand gegen das, was ist. Dein Unglücklichsein verschmutzt dich, deine Mitmenschen und die kollektive Psyche und damit auch den Planeten. Dessen Verschmutzung ist nur eine äußere Spiegelung innerer kollektiver Verschmutzung.

Du kannst in einer Situation handeln, doch deine Negativität ist unnütz. Sie hält dich in einer Situation gefangen und verhindert wahre Veränderung. Außerdem ist Unglücklichsein anstrengend. Lasse deine Negativität einfach los.

Gewöhnlicher Muster von Unbewusstheit kannst du einfach fallen lassen, tiefe Unbewusstheit nimm an und bringe sie an das Licht deiner Gegenwärtigkeit.

Frage: Sollten wir nicht alle Gefühle, die hochkommen, erlauben anstatt sie als schlecht zu verurteilen? Andernfalls gehen wir doch in die Unterdrückung.

Ja, nimm sie an, wenn sie da sind. Du warst nicht bewusst genug, um eine Wahl zu haben. Oder hättest du sie freiwillig gewählt?

Wenn du deine Zustände annehmen kannst, wirst du sie nicht mehr blind ausagieren oder auf andere projizieren. Und wenn du gelernt hast, sie anzunehmen, gehe weiter zu dem Punkt, wo solche negativen Emotionen nicht mehr geschaffen werden. Sonst wird dein „Annehmen“ bloß zu einem mentalen Etikett, das deinem Ego erlaubt, weiterhin im Unglück zu schwelgen. So entwickelst du ein „spirituelles Ego“. Das machen viele so.

Frage: Welche Beispiele gibt es noch für gewöhnliche Unbewusstheit?

Klagen in Worten und Gedanken über Situationen oder was andere Leute tun oder sagen; über deine Umgebung, deine Lebenssituation, das Wetter. Das ist Nichtannehmen und du machst dich zum Opfer. Handle, lasse die Situation hinter dir oder akzeptiere sie. Eine andere Möglichkeit hast du nicht. Wenn du handelst, lasse zuerst die Negativität los. Akzeptieren bedeutet, jeden Widerstand aufzugeben, das nennt man Hingabe. Hingabe befreit dich innerlich von einer Situation und diese ändert sich evt. völlig ohne dein Zutun.

Wenn es etwas gibt, was du tun solltest, aber nicht tust, akzeptiere dein nichthandeln total, genieße es und sei bewusst dabei. Lasse kein negatives Gefühl entstehen.

Bist du gestresst. Das passiert, wenn du „hier“ bist, aber „dort“ sein willst. Diese Spaltung zerreist dich innerlich. Du kannst schnell arbeiten und genieße den damit verbundenen Energiefluss. Oder lasse alles los und genieße die Stille.

Denkst du oft über die Vergangenheit nach? Was du erreicht hast und was jmd. dir angetan hat oder du jmd.? Entstehen so Gefühle wie Stolz, Schuld, Groll, Wut? So verstärkst du ein falsches Selbstgefühl und beschleunigst den Alterungsprozess deines Körpers durch Anhäufung von Vergangenheit. Lasse die Vergangenheit in jedem Moment los.

Machst du dir Sorgen? Dann bist du mit deinem Verstand identifiziert, der sich in eine zukünftige Situation hineindenkt. Dies ist ein Hirngespinst. Erkenne den gegenwärtigen Moment an, werde dir deines Körpers bewusst. Hast du JETZT ein Problem? Die Mittel, die du brauchst, werden da sein, wenn du sie benötigst.

Wartest du darauf, mit dem Leben anzufangen? Ist der jetzige Moment ein Mittel zum Zweck? Das entzieht dir die Freude jetzt. Mit diesem Verstandesmuster wird die Gegenwart nie gut genug sein.

Bist du ein „Wartender“ aus Gewohnheit? Egal, ob auf den Bus oder die Rente? Warten ist ein Geisteszustand, du willst die Zukunft, aber nicht die Gegenwart, du schaffst einen inneren Konflikt. Es ist ok, sich Ziele zu setzen, doch dürfen die kein Ersatz für das Fühlen des Seins werden.

Wartest du auf den Wohlstand? Er kann nicht in der Zukunft kommen. Würdige deine jetzige Lage – wo du bist, wer du bist und was du gerade tust. Sei dankbar für das, was du hast. Mit der Zeit wird sich Wohlstand für dich offenbaren. Wenn du unzufrieden über den Mangel bist, wirst du diesen Mangel auch noch spüren, wenn du Millionen hast.

Höre auf, das Warten zu einer Geisteshaltung zu machen und komme in den jetzigen Moment.

Deine Lebensreise hat eine äußere und eine innere Absicht. Die Äußere ist zu erfüllen, was du dir vorgenommen hast. Die innere Absicht hat damit zu tun, wie du es tust. Sie hat mit der Qualität des Bewusstsein in DIESEM Moment zu tun. Das äußere Ziel ist dann nur noch ein Spiel.

Frage: wie ist es mit der Konditionierung durch frühe Kindheitserlebnisse, durch frühere Leben und die Gesellschaft?

Was immer du über unbewusste Vergangenheit in dir wissen musst, die Herausforderungen der Gegenwart werden es hervorbringen. Du musst also nicht die Vergangenheit in dir untersuchen. Ein bodenloser Abgrund könnte sich auftun. Das ist nicht nötig. Nur die Gegenwart kann dich von der Vergangenheit befreien. Beobachte alle Gefühle, Konzepte usw., die auftauchen ohne analytisch und kritisch zu sein, sondern urteilsfrei. Löse sie durch die Kraft deiner Gegenwärtigkeit auf. Die Vergangenheit zu verstehen kann zwar hilfreich sein, aber nötig ist es nicht.

5. Der Zustand von Gegenwärtigkeit

Der Verstand kann Gegenwärtigkeit nicht verstehen. In einem Zustand von Gegenwärtigkeit bist du frei von Gedanken. Du bist ruhig, aber wach. Um gegenwärtig zu werden, bewohne deinen Körper, habe immer etwas Aufmerksamkeit auf dein inneres Energiefeld, spüre den Körper von innen.

Es gibt eine Art des Wartens, die deine totale Wachsamkeit erfordert. Deine Aufmerksamkeit ist im jetzt, nichts bleibt für Tagträume, Denken, Erinnern, Erwartungen über. Vielleicht kennst du das von kleinen Satori-Erlebnissen, z.B. in der Natur. Etwas Unaussprechliches scheint dabei durch, eine innere Essenz. Du bist in einem Zustand von No-Mind.

Viele Menschen sind so in ihrem Verstand gefangen, dass sie die Schönheit der Natur gar nicht wahrnehmen können. Sie benennen eine Blume vielleicht gedanklich-mechanisch als schön, fühlen aber ihre Essenz nicht – so wie sie ihre eigene Essenz nicht fühlen können.

Frage: Ist Gegenwärtigkeit dasselbe wie sein?

Was wirklich geschieht, wenn du dir des Seins bewusst wirst ist: Das Bewusstsein wird sich seiner selbst bewusst.

Alles, was existiert, hat Sein, hat Gott-Essenz, hat einen Grad von Bewusstsein. Sogar ein Stein, andernfalls würde er nicht existieren und seine Atome und Moleküle würden sich auflösen. Die Welt entsteht, wenn Bewusstsein Form und Gestalt annimmt. Bewusstsein verkleidet sich in Formen. In den heutigen Menschen ist das Bewusstsein vollkommen mit seiner Verkleidung identifiziert. Das ist eine bedeutende Funktionsstörung. Doch zwingt der Leidensdruck das Bewusstsein dazu, sich von der Identifikation mit der Form zu lösen und aus seinem Traum zu erwachen. Es erlangt Selbst-Bewusstsein zurück. Diesen Prozess erklärt Jesus in seiner Parabel vom verlorenen Sohn. Die Parabel beschreibt eine Reise, ausgehend von unbewusster Vollkommenheit über offensichtliche Unvollkommenheit und „das Böse“ hin zu bewusster Vollkommenheit.

Der Beobachter ist deshalb so wichtig, weil er reines Bewusstsein jenseits aller Form ist. Wenn du dich in Zeiten globalen Bewusstseinswandels nicht rechtzeitig vom Ego-Verstand befreist, wirst du von ihm zerstört. Du wirst Verwirrung, Gewalt, Krankheit, Verzweiflung und Wahnsinn erleben.

Christus ist deine Gott-Essenz oder Gegenwärtigkeit. Christus bezieht sich auf deine innewohnende Göttlichkeit, Gegenwärtigkeit auf deine erwachte Göttlichkeit. Die zweite Ankunft von Christus bedeutet eine Transformation des menschlichen Bewusstseins.

6. Der innere Körper

Es ist wichtig, tiefe Wurzeln im Inneren zu haben und den Körper zu bewohnen, er ist ein Zugangstor zum Bereich des Seins. Was ist Sein? „Was ist Wasser“, fragt der Fisch, „Ich verstehe das nicht.“ Das Sein lässt sich nicht in ein kleines Kästchen des Verstandes zwängen. Es kann als das gegenwärtige Ich bin jenseits von Name und Form gefühlt werden. In diesem tief verwurzelten Zustand zu verweilen, ist Erleuchtung, frei von der Illusion, dass du nichts anderes bist als dein Körper und dein Verstand. Und frei von Sünde, die du in Form von Leiden dir selbst und anderen unbewusst zufügst, solange dieses illusorische Gefühl von Selbst bestimmt, was du denkst, sagst oder tust.

Frage: Ich habe eine Abneigung gegen das Wort Gott und den damit verbundenen Konzepten. Wie kann ich das anders benennen?

Durch deine Abneigung lehnst du nicht nur das Wort Gott ab, sondern auch die Realität, auf die es hinweist. Du schneidest dich von der Möglichkeit ab, diese Realität je zu erleben. Ersetzte es durch ein für dich stimmiges Wort. Z.B. durch das Wort Sein.

„Ich mag z.B. auch das Wort Schuld nicht. Das beinhaltet, dass etwas mit mir nicht stimmt. Ich werde verurteilt.“

Du wirst nicht verurteilt, dennoch stimmt etwas mit dir nicht. Du gehörst zu der menschlichen Rasse, die im letzten Jahrhundert über 100 Millionen ihrer Artgenossen umgebracht hat. Solange du vom Ego-Verstand bestimmt wirst, bist du Teil des kollektiven Wahnsinns.

Zum Körper: Der sichtbare Körper ist nur die äußere Schale einer tieferen Realität. Den Körper bewohnen bedeutet, den Körper von innen zu spüren und so zu erfahren, dass du jenseits der äußeren Form bist.

Solange du nur im Verstand bist, absorbiert dieser dein Bewusstsein und verwandelt es in Denkmaterial. Um dir des Seins bewusst zu werden, richte die Aufmerksamkeit auf den Körper. Hier kannst du das Sein spüren, als unsichtbares Energiefeld, das deinem Körper sein Leben gibt. Fühle deinen Körper von innen, reise durch ihn hindurch. Was auch immer du machst, bleibe mit einem Teil deiner Aufmerksamkeit bei dem inneren Energiefeld deines Körpers. Eine gute Gelegenheit, in den Körper zu gehen, ist jede Situation, in der du warten musst.

Spirituelle Sucher haben sich oft von ihrem Körper abgeschnitten, weil sie dessen „tierische“ Funktionen als störend empfanden. Somit können sie aber auch nicht in das Göttliche hineingehen, das in ihm versteckt liegt. Noch niemand ist durch Ablehnung des Körpers erwacht.

Dennoch bist DU nicht dein Körper, das ist ein falsche Wahrnehmung deiner wesentlichen Wirklichkeit jenseits von Geburt und Tod, er ist allerdings dein Tor zum Sein, ein Tempel, den du pflegen solltest.

Je mehr Bewusstsein du auf deinen Körper richtest, desto höher wird seine Vibrationsfrequenz. Auf einer hohen Energieebene kann Negativität dich nicht mehr beeinflussen. Wenn du tief in deinem Körper verwurzelt bist, ist es leicht, als Zeuge deines Verstandes präsent zu bleiben. Das Bewohnen des Körpers ist ein wesentlicher Teil von Gegenwärtigkeit. Wenn eine Herausforderung auftritt, konzentriere dich einige Sekunden auf das innere Energiefeld deines Körpers, so dass keine automatischen geistig-emotionalen Situationen auftauchen können. Wenn ein „negatives“ Gefühl da ist, akzeptiere es so, wie es ist. Manche sind klar, andere eher vage. Benenne es nicht, bringe es einfach nur ins Bewusstsein. Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zur Transformation (nicht unsere Gefühle sind das Problem, sondern unsere Abwehr gegen sie, H.H.). Wenn du im Körper bist, wird diese Emotion nur eine kurze Lebensdauer haben, ansonsten bleibt sie länger. Oder sie verbindet dich mit anderen Emotionen ähnlicher Frequenz, der Schmerzkörper erwacht. Spürst du Groll, Schuldzuweisung, Selbstmitleid etc., dann hast du noch nicht vergeben. Vergebung bedeutet, dem Leben keinen Widerstand entgegenzusetzen. Vergeben kannst nur DU, nicht dein Verstand.

Dein innerer Körper ist deine Verbindung zum Unmanifesten, zum Sein, zur Quelle, von der Bewusstsein ausgeht.

Das Gewahrsein des Körpers verlangsamt auch den Alterungsprozess und stärkt das Immunsystem. Die Schwingungsfrequenz deines gesamten Energiefeldes erhöht sich. Alles, was niedrig schwingt existiert dann in einer andere Realität.

Der Körper liebt deine Aufmerksamkeit (du kannst auch mit ihm sprechen, H.H.). die meisten Krankheiten schleichen sich ein, wenn DU nicht im Körper präsent bist, dann machen sich dort allerlei zweifelhafte Figuren breit.

Wenn du deinen Verstand für einen bestimmten Zweck gebrauchen musst, dann tue es in Verbindung mit deinem inneren Körper.

Wenn du einer anderen Person zuhörst, dann höre nicht nur mit deinem Verstand zu, sondern mit deinem ganzen Körper. Spüre sein Energiefeld. Damit gibt Du dem anderen Raum – Raum zu sein. Ein gemeinsames Feld von Präsenz kann entstehen.

Die meisten menschlichen Beziehungen bestehen hauptsächlich aus gemeinsamen Verstandesaktivitäten, nicht aus menschlichen Wesen, die miteinander kommunizieren und dabei eins werden. Darum gibt es in Beziehungen so viele Konflikte.

7. Portale und Zugänge zum Unmanifesten

Zugang zum Bereich des Formlosen ist die wahre Befreiung von der Knechtschaft an Form. Es ist ein Bereich von tiefer Stille und Frieden und auch von Freunde und Lebendigkeit. Das Unmanifeste ist die Quelle allen Seins. Chi, das innere Energiefeld deines Körpers ist die Verbindung zwischen dem Unmanifesten und dem physischen Universum.

Gebe der äußeren Welt und dem Verstand nie deine volle Aufmerksamkeit. Behalte einen Teil im Inneren. Halte dein Portal geöffnet. Du wirst zu einer Brücke zwischen dem Unmanifesten und den Manifestationen.

Das Jetzt ist der Hauptzugang. Es ist ein essentieller Aspekt aller anderen Portale. Wenn du in deinem Körper bist, bist du auch im Jetzt gegenwärtig. Hingabe – das Loslassen von geistig-emotionalem Widerstand dem gegenüber, was ist, ist auch ein Portal zum Unmanifesten. Innerer Widerstand schneidet von anderen Menschen, von dir selbst und von der Welt um dich herum ab. Es verstärkt das Gefühl der Ego-Getrenntheit, du bist an die Welt der Form gebunden. Sobald sich ein Portal öffnet, ist Liebe in dir als „fühlende Einsicht“ des Einsseins. Liebe ist das, was durch das Portal hinaus in die Welt kommt. Deine Aufgabe ist es nicht, nach der Liebe zu suchen, sondern ein Portal zu finden, einen Zugang, durch den die Liebe eintreten kann.

Das Unmanifeste ist vom Manifesten nicht getrennt. Es durchdringt die Welt, ist aber gut verkleidet. Hörst du … ein Geräusch? Lausche aufmerksam. Kannst du darin die Gegenwart des Unmanifesten spüren? Suche es in der Stille, aus der die Geräusche kommen. Jeder Ton kommt aus der Stille.

Ebenso gibt es kein Ding ohne die Ebene von Kein-Ding, ohne das Nichts, das es allen Dingen ermöglicht, zu sein. Nicht nur das, innerhalb eines jeden Körpers gibt es viel mehr „Nichts“ als „Etwas“. Die Festigkeit der Materie ist eine Illusion, (selbst du bestehst zu 99,9999999999999999 Prozent aus leeren Raum. Und der Rest ist eigentlich auch leer. Du bist also zu 100 Prozent „Nichts“. H.H.). Was übrig bleibt, ist eine Vibrationsfrequenz.

Dein Verstand wird nun versuchen, aus diesem „Nichts“ ein „Etwas“ zu machen. Sobald du dies tust, hast du es verpasst. Das Nichts, das Unmanifeste lässt sich nicht zu einem Objekt für unser Wissen machen.

Der leere Raum, der das ganze Universum durchdringt, hat keine „Existenz“, doch er ermöglicht allem, was es gibt, zu existieren. Gäbe es nur leeren Raum, würde er für dich nicht existieren. Erst die Objekte, die in ihm existieren, machen ihn für dich erlebbar. Raum taucht in dem Moment auf, in dem das eine sich in zwei teilt. Vor dem Urknall gab es keinen endlosen leeren Raum, denn es gab kein Ding. Es gab allein das Unmanifeste – das Eine. Was uns als Raum erscheint, ist das Unmanifeste selbst, nach außen gekehrt. Es ist der „Körper“ Gottes.

Und nun das Größte Wunder: Jene Stille und Weite, die das Universum überhaupt erst ermöglichen, sind nicht nur da draußen zu finden – sie sind auch in dir. Wenn du völlig gegenwärtig bist, dann begegnest du dem stillen Raum von No-Mind.

Der letztendliche Sinn der Welt liegt darin, sie zu überwinden. Du brauchst die Welt, um das Unmanifeste zu realisieren.

8. Erwachte Beziehungen

Frage: Geschieht wahre Erleuchtung nicht durch die Liebe zwischen Mann und Frau?

Die Erlösung befindet sich nicht an einem anderen Ort, unter anderen Umständen, sondern ist hier und jetzt.

Die meisten Menschen jagen hinter körperlichen Freuden oder Selbstbestätigung her. Sie glauben, diese Dinge würden sie glücklich machen – in Form eines verstärkten Gefühls von Lebendigkeit, dass durch körperliches Vergnügen entsteht oder ein verlässlicheres Selbstwertgefühl. Doch die Erlösung ist kurzlebig.

Wahre Erlösung bedeutet, der zu sein, der du wirklich bist und in dir eine Daseinsfreude zu fühlen, die von nichts im Außen abhängt. Du spürst Gott als deine eigene innere Essenz – frei von jeder Negativität. Dein Verstand sagt dir, dass dafür zuerst dieses oder jenes passieren muss, du noch nicht vollkommen genug bist, dass du also Zeit dafür brauchst. Dabei ist Zeit dein größtes Hindernis.

Du findest Gott in dem Moment, in dem du erkennst, dass du Gott nicht zu suchen brauchst. Jeder Umstand kann genutzt werden, doch es gibt nur EINEN Zeitpunkt: JETZT.

Verwechsle Liebesbeziehungen nicht mit Liebe. Wahre Liebe ist ein Daseinszustand, zu dem es keinen Gegensatz gibt, weil sie jenseits vom Verstand ist. Die Intensität einer noch so schönen Liebesbeziehung ist auch mit Bedürftigkeit verbunden, mit Klammern. Das Festhalten am Ego und abhängiges Klammern verwechselst du mit Liebe. Der andere wird wie eine Droge für dich. Die Welt hat einen Mittelpunkt: Die geliebte Person. Du beziehst dein Selbstwertgefühl mal wieder von außen. Doch wehe, wenn die Droge nicht mehr da ist.

Jede Abhängigkeit, egal wovon, entsteht aus der unbewussten Weigerung, den eigenen Schmerz anzuschauen und zu durchleben

Wahre Liebe kennt kein Gegenteil und wenn es ein Gegenteil gibt, ist es keine Liebe, sondern ein starkes Ego-Bedürfnis nach einem tiefen Selbstgefühl, das durch die andere Person zeitweise erfüllt wird.

Frage: Können wir eine abhängige Beziehung in eine wahre Beziehung verwandeln?

Ja, vertiefe deine Gegenwärtigkeit, damit dein Schmerzkörper dich nicht mehr überwältigen kann. Werde zum Beobachter und so verliert dein Verstand die Zwanghaftigkeit alles zu beurteilen (auch dich) und damit dem, was ist, Widerstand zu leisten. Nimm deinen Partner total an.

Liebe ist nicht wählerisch, sie bevorzugt niemanden. Natürlich fühlen wir sie mit unterschiedlicher Intensität. Manche spiegeln dir deine Liebe vielleicht stärker zurück.

In unserer Zeit tritt der Ego-Modus des Bewusstseins und alle von ihm geschaffenen Strukturen, in das letzte Stadium des Zusammenbruchs ein. Das hat Auswirkungen auch auf Beziehungen. Durch das Akzeptieren dieser Tatsachen entsteht eine gewisse Freiheit von ihnen. Wer an alten Mustern festhält wird mehr und mehr Schmerz, Gewalttätigkeit, Verirrung und Verrücktheit erleben.

Was innere Transformation angeht: Du kannst dich nicht verwandeln und deinen Partner schon erst recht nicht. Du kannst jedoch einen Raum herstellen, in dem Transformation geschehen kann.

Wenn du bei deinem Partner unbewusstes Verhalten feststellst, reagiere nicht darauf, sondern halte die Beobachtung in einer liebenden und wissenden Umarmung.

Beziehungen sind nicht dazu da, dich glücklich zu machen, sondern um dich bewusst zu machen.

Wenn dein Partner noch mit dem Verstand identifizierst bist und du frei bist, stellt das für ihn eine hohe Herausforderung dar. Mit einem Erleuchteten zu leben ist nicht leicht, oder besser: so leicht, dass das Ego sich bedroht fühlt. Das Ego braucht Probleme und Konflikte. Das Bedürfnis nach Drama wird nicht erfüllt. Doch Vorsicht: Manche halten sich für erleuchtet und sind einfach nur von ihren Gefühlen abgeschnitten. Kannst du deine Emotionen spüren oder bist du eher im Kopf? Dann bringe dein Bewusstsein in deinen emotionalen Körper.

Was nicht von Liebe und Freude, von Gegenwärtigkeit und Offenheit allen Wesen gegenüber begleitet ist, ist keine Erleuchtung, sondern eine Einbildung des Ego. Das Leben wird dir dann schnell eine Herausforderung bringen, die dir deine Unbewusstheit zeigt.

Der Schmerzkörper hat einen persönlichen und einen kollektiven Teil. Im persönlichen ist der angesammelte Restschmerz aus deiner Vergangenheit. Im kollektiven ist der Schmerz, der der Menschheit seit Jahrtausenden angetan wurde. Auch daran hast du Anteil. Wenn du nicht genug Bewusstsein hast, um die Identifikation zu lösen, wirst du immer wieder deinen emotionalen Schmerz durchleben müssen und wirst zum Täter oder Opfer weiterer Gewalt. Solange du den Schmerz benutzt, um dir aus ihm eine Identität zu schaffen, kannst du dich nicht von ihm befreien. Du wirst unbewusst jeden Versuch, von ihm geheilt zu werden, abwehren oder sabotieren. Der Schmerzkörper besteht aus festgehaltener Lebensenergie.

Du kannst dich auf der persönlichen Ebene von deiner Opfer-Identität lösen und auf einer kollektiven darin gefangen bleiben, wenn du zu einer Gruppe Menschen gehörst, denen dies oder jenes angetan wurde und nun in ihrer Opfermentalität gefangen bleiben. Du hast vielleicht ein Gefühl von Solidarität mit anderen, bleibst aber an die Vergangenheit gebunden. Dies fördert das Gefühl von Trennung und verstellt dir den Zugang zu deiner wahren Kraft.

Frage: Brauche ich für eine gute Beziehung nicht zuerst eine gute Beziehung zu mir selbst?

Damit spaltest du dich in zwei, eine vom Verstang geschaffene unnötige Dualität und Kompliziertheit. Es reicht, wenn du einfach du selbst bist. Im Zustand der Erleuchtung bist du du selbst. Und es gibt kein Selbst mehr, das du schützen, verteidigen und nähren musst. Sobald du die Beziehung mit dir selbst aufgegeben hast, werden alle anderen Beziehungen zu Liebesbeziehungen.

9. Jenseits von Glücklichsein und Unglücklichsein ist Frieden

Frage: Gibt es einen Unterschied zwischen Glücklichsein und inneren Frieden?

Glücklichsein ist davon abhängig, dass du die Umstände als positiv bewertest, innerer Friede nicht.

Frage: Wenn unsere Haltung immer positiv ist, können wir doch nur positive Umstände anziehen, oder?

Von einer höheren Ebene gesehen, sind die Umstände immer positiv, oder besser: SIE SIND. Oft sind Schmerz und Verlust für viele Menschen wichtige Lehrmeister geworden. So haben sie ihre falschen Selbstbilder und oberflächlichen Ego-Wünsche losgelassen und entwickelten Tiefe. Gut und Schlecht sind Perspektiven des Verstandes.

Frage: Wenn mir oder anderen etwas Schlimmes passiert, wie kann ich dann so tun, als ob es nicht so schlimm sei?

Du tust nicht als ob, du lässt einfach nur zu, was ist, jenseits der Polaritäten deines Verstandes. Das ist Vergebung, dem Moment erlauben so zu sein, wie er ist. Du wirst nicht glücklich sein, aber du kannst friedvoll sein.

Tue, was in einer Situation zu tun ist und nimm an, was ist. Setze die Ego-Motivationen für Tun außer Kraft: Angst, Gier, Kontrolle… Nun ist eine höhere Intelligenz am Werk.

Manche müssen erst viel Leid erleben, bevor sie ihren Widerstand aufgeben und zur Vergebung bereit sind. Dann geschieht ein Wunder: aus Leiden wird innerer Frieden. Das Wunder der Transformation wird auch im Außen erkennbar sein.

Die meisten „schlechten Dinge“ sind auf Unbewusstheit zurückzuführen oder Ego-Erschaffen = Drama. Ego ist der unbeaufsichtigte Verstand, der dein Leben bestimmt, wenn DU nicht präsent bist. Das Ego bekämpft seine tiefe Angst und sein Gefühl von Mangel, seine Muster sind: Widerstand, Kontrolle, Macht, Gier, Abwehr, Angriff. Das kann manchmal sehr subtil sein. Wenn Egos zusammenkommen, können schlimme Sachen passieren, doch auch für dich allein kannst du Drama und Krankheiten erschaffen – du fühlst dich schuldig, als Opfer oder was auch immer.

Die meisten Menschen sind in ihr Lebensdrama verliebt, weil es ihnen Identität gibt. Sie wehren nichts heftiger ab, als ihr Erwachen.

Lebe in völliger Akzeptanz dessen, was ist, dann endet alles Drama. Niemand kann sich mehr mit dir streiten, da die gegenseitige energetische Polarisierung nicht mehr funktioniert. Handlungsfähig bleibst du.

Das Leben verläuft in Zyklen und auch dein „Erfolg“. Wenn du an einem Punkt festhältst, bist du im Widerstand gegen das Leben. Der absteigende Zyklus ist für spirituelle Erkenntnis wichtig, denn sonst hättest du vielleicht so weitergemacht wie bisher.

Schätze angenehme und schöne Dinge, aber erwarte nicht, dass sie dir Identität und Erfüllung geben. Dinge und Umstände können dir Vergnügen bereiten, aber sie bringen die keine echte Freude. Freude ist ohne Ursache und steigt als essenzielle Qualität aus dem Inneren auf. Manche, die erkennen, dass sie mit ihrem Tun, Haben und Streben keine Erfüllung finden, werden depressiv. Wonach lohnt es noch zu streben?

Jeder innere Widerstand ist Negativität, von leichter Gereiztheit bis zur tiefsten Verzweiflung. Der Widerstand aktiviert den emotionalen Schmerzkörper, oft reicht ein kleiner Anlass. Das Ego will mit seiner Negativität die Realität manipulieren und seinen Willen durchsetzen. Es glaubt, dein Unglücklichsein verschaffe dir, was du haben willst. Das Ego ist in das Unglück verliebt. Natürlich funktioniert das nicht.

Hast du dich erst mal mit einer negativen Einstellung identifiziert, willst du auf einer tiefen Ebene keine Veränderung zum Guten, denn das würde deine Identität gefährden. Daher wirst du das Positive leugnen oder sabotieren.

Frage: Kann eine negative Emotion nicht auch eine wichtige Botschaft enthalten?

Ja, und jede Veränderung, die du vornimmst, muss auf der Bewusstseinesebene stattfinden, ansonsten wäre sie kosmetisch. Ab einem gewissen Grad von Gegenwärtigkeit, wirst du keine Negativität als Botschaft mehr brauchen. Negativität ist IMMER eine Botschaft: „Wache auf! Sei gegenwärtig! Lasse den Verstand zurück.“ Das gilt auch für die geringste Gereiztheit, ansonsten entsteht eine wachsende Ansammlung von unbemerkten Reaktionen. Du kannst auch lernen, für den Auslöser einer Negativität undurchlässig zu werden. Biete einfach keinen Widerstand. Das ist Vergebung. Was nötiges Handeln nicht ausschließt, aber jmd. anderes hat nicht mehr die Macht über dein inneres Befinden.

Suche deinen inneren Frieden nicht im Außen. Vergib dir, indem du deinen Unfrieden vollständig akzeptierst und so wird dein Unfrieden in Friede umgewandelt.

Wenn du eine bessere Welt schaffen willst – dein heilender Einfluss ist nicht primär von deinem Tun abhängig, sondern von deinem Sein. Wer dir begegnet wird von dem Frieden berührt, den du ausstrahlst, ob er es merkt oder nicht.

Wenn du die Welt verbessern willst oder dich in einer Bewegung engagierst: Du kannst Unbewusstheit nicht BEKÄMPFEN. du würdest nur Polaritäten verstärken und dich verstricken. Du würdest einen „Feind“ erschaffen und dich selbst in die Unbewusstheit hineinziehen. Was auch immer du tust, achte darauf, dass du in deinem Inneren keinen Widerstand festhältst, keinen Hass, keine Negativität.

„Liebe deine Feinde“ bedeutet „Habe keine Feinde“.

10. Die Bedeutung von Hingabe

Frage: Ist Hingabe nicht fatalistisch? Wenn wir Dinge akzeptieren, wie sein sind, werden wir uns nie bemühen etwas zu ändern oder Dinge zum besseren weiterzuentwickeln.

Hingabe hat nichts damit zu tun, sich dem Leben nicht zu stellen oder stumpfsinnig zu sein. Du hörst nicht auf, Pläne zu schmieden oder zu handeln. Hingabe ist die Weisheit, dich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen, indem du den jetzigen Moment bedingungslos annimmst. So lässt du inneren Widerstand los. Dieser entsteht durch mentales Urteilen und emotionaler Negativität, gerade dann, wenn die Dinge schief laufen. Gerade dann ist Hingabe nötig, dies verbindet dich wieder mit dem Sein. Dein eigentliches Sein ist von den Bedingungen des täglichen Lebens nicht betroffen. Es ist eine rein innere Entscheidung.

Indem du kein Urteil über den jetzigen Moment fällst, wird auch keine emotionale Negativität aufgebaut. Dann tust du, was in dieser Situation nötig ist. Dieses Handeln ist positive Aktion. Sie ist weitaus effektiver als negative Aktion, eine völlig andere Energie fließt in dein Tun. Nicht-Hingabe ist Ego und verstärkt das Gefühl von Trennung, Konkurrenz und Überlegenheit entstehen. Auch dein Körper wird durch den Widerstand hart. Anspannung entsteht, der freie Energiefluss ist eingeschränkt.

Körperarbeit kann da hilfreich sein, aber ohne Hingabe im täglichen Alltag werden die Wirkungen vorübergehend sein.

Frage: Wo kommt die Energie der Motivation her etwas zu verändern, wenn da nicht ein gewisses Maß an Unzufriedenheit ist?

Im Zustand von Hingabe siehst du sehr klar, was zu tun ist, indem du ein Ding nach dem anderen erledigst. Alles geht seinen Gang ohne Unzufriedenheit und Unglücklichsein. Schau auf das, worum es jetzt geht und nicht auf die Hunderte von Dingen, die di in Zukunft mal tun musst. Natürlich kannst du diese dennoch planen. Aber fang nicht an, mentale Filme abzuspulen.

Hingabe ist keine „Ist-mir-doch-alles-egal-Haltung“. Denn diese beinhaltet Negativität in Form von verstecktem Groll. Das ist Widerstand.

Frage: Den Widerstand loslassen ist leicht gesagt. WIE soll ich dies machen, ohne mir dabei selbst was vorzumachen?

Beobachte, wie der Verstand den Widerstand erschafft und erkenne ihn an. Denn er ist ja da. Schau dir den Denkprozess an und fühle die Emotionen. Indem du deine Aufmerksamkeit auf den unbewussten Widerstand richtest, wird er bewusst. Das war’s dann. Du kannst nicht zugleich bewusst UND in Negativität sein.

Frage: Aber ich kann mir doch durchaus meiner negativen Gefühle bewusst sein.

Würdest du dich für das Unglücklichsein entscheiden? Wenn nicht, wo kommt es dann her? Wer hält es am leben? Bist du dir deiner unglücklichen Gefühle bewusst ODER hältst du den Prozess mit zwanghaftem Denken aufrecht? Das ist unbewusst. Wenn du völlig gegenwärtig wärst, würde sich Negativität auflösen. Frage dich, ob du das auch wirklich WILLST, oder ob dein Unglücklichsein dir eine Identifikation bietet?

Bevor du Hingabe übst, ist die spirituelle Dimension etwas, worüber du liest, nachdenkst oder woran du glaubst – oder auch nicht. Es macht keinen Unterschied. Erst durch Hingabe wird sie zu einer Realität in deinem Leben. Erst dann hat deine Energie eine viel höhere Vibrationsfrequenz. Deine äußeren Bedingungen, die zu Widerstand geführt haben, ändern sich durch Hingabe oft sehr schnell

Die Menschen, die rein auf Verstandesebene leben, sind sich der Existenz spiritueller Energie nicht bewusst und vermutlich hast du lange zu ihnen gehört und immer noch Zweifel, ob das alles wirklich wahr ist. Erkenne diese Zweifel an und sei dir ihrer bewusst.

Frage: Was ist mit Menschen, die mich ausnutzen oder manipulieren wollen? Soll ich mich denen hingeben?

Sie sind vom Sein abgeschnitten, also versuchen sie unbewusst, von dir Energie zu bekommen. Nun ist es aber so, dass NUR EIN UNBEWUSSTER MENSCH AUSGENUTZT UND MANIPULIERT WERDEN KANN. Wenn du das unbewusste Verhalten anderer bekämpft oder in den Widerstand gehst, dann wirst du selbst unbewusst.

Hingabe kann also nicht bedeuten, dass du dich von unbewussten Menschen ausnutzen lässt. Du kannst jmd. ein klares NEIN sagen und eine Situation verlassen und zugleich in Widerstandslosigkeit sein. Dies ist kein nein aus Reaktion, sondern ein Nein aus Einsicht.

Übernimm Verantwortung für dein Leben und verschmutze dein Sein und diese wundervolle Welt nicht mit Negativität. Wenn dir Hingabe nicht gelingt, dann schreite zur Aktion oder verlasse eine Situation.

Deine Beziehungen werden sich durch Hingabe verändern. Du wirst Menschen nicht mehr beurteilen, kritisieren, in Schubladen stecken, zurückweisen oder zu ändern versuchen. Du wirst den Wert einer Beziehung nicht mehr daran messen, welchen Nutzen sie dir bringt. Dies alles kommt vom Ego-Verstand. Wenn so was wieder passiert, mache es dir bewusst und fühle es. Verurteile dich nicht dafür. Irgendwann wirst du feststellen, dass du eine Wahl hast. Du kannst das ganze geistig-emotionale Energiefeld in dir loslassen. Du merkst es daran, dass du dich leicht fühlst, klar und in Frieden bist. Ist das nicht der Fall, hat das Ego nur zu irgendeinem Trick gegriffen. Nun beobachte, was plötzlich mit der Verstandesposition deines Gegenüber passiert, die du mit deinem Widerstand nicht mehr stärkst. Nun kann wahre Kommunikation beginnen.

„Nichtstun“ in einem Zustand intensiver Gegenwärtigkeit ist ein machtvoller Heiler und Wandler von Situationen und Menschen. Sie unterscheidet sich stark von Untätigkeit im unbewussten Zustand, die auf Angst, Faulheit oder Entscheidungsunfähigkeit beruht. Das Ego glaubt, im Widerstand liegt deine Stärke, doch tatsächlich schneidet der Widerstand dich vom Sein ab. Ohne Hingabe ist jeder menschliche Austausch voll mit unbewussten Rollenspielen.

Frage: Wie ist es mit Krankheit und der Entschlossenheit, sie zu bekämpfen?

Im Jetzt gibt es keine Probleme und keine Krankheit. Es mag einen Zustand geben und der Glaube an die Bezeichnung, die jmd. diesem Zustand gibt, gibt ihm Macht und verleiht ihm eine scheinbar solide Realität. In DIESEM MOMENT reduziert sich das auf körperlichen Schmerz, Schwäche, Unwohlsein, Einschränkung etc. DEM gibst du dich hin und nicht der Idee von Krankheit. Hingabe verwandelt nicht sofort das, was ist, aber DICH. Damit verwandelt sich auch deine Welt, denn sie ist nichts als eine Spiegelung. Krankheit ist nicht das Problem. DU bist das Problem, solange der Ego-Verstand die Kontrolle hat. Gib nicht dem Leben oder dir die Schuld, wenn es dir schlecht geht. Das wäre nur Widerstand. Nutze deine Krankheit für Erleuchtung. Bist du wütend über diese Zeilen? Dann ist die Krankheit zu einem Teil deines Selbstbildes geworden und du verteidigst deine Identität.

Für unbewusste Menschen sind nur Grenzsituationen in der Lage, die Schale des Ego aufzubrechen. Bei einigen allerdings mag sich der Widerstand verstärken und für sie wird die Situation zu einem Abstieg in die Hölle. Andere erlangen – zumindest teilweise – eine Tiefe, die vorher nicht da war.

Was auch immer passiert, sei gewiss, dass es noch eine andere Seite gibt.

Frage: Gibt es nicht Situationen, in denen Hingabe unnatürlich und unmenschlich erscheint?

Von deinen Gefühlen abgeschnitten zu sein ist keine Hingabe. In manchen Extremsituationen mag es unmöglich für dich sein, das Jetzt zu akzeptieren. Dann erschaffst du Schmerz und Leiden in irgendeiner Form. Es mag so aussehen, als würde die Situation das Leiden erschaffen, aber letztlich ist es dein Widerstand. Hier erhältst du eine zweite Chance zur Hingabe: Wenn du das außen nicht akzeptieren kannst, dann akzeptiere, was innen ist. Wahrscheinlich willst du vor dem Schmerz fliehen und nicht fühlen wollen, was du fühlst. Doch all deine Abwehrmechanismen befreien dich nicht vom Schmerz. Leiste dem Schmerz keinen Widerstand. Gib dich der Trauer, der Verzweiflung hin. Beobachte den Zustand. Und siehe da, das Wunder der Hingabe kann tiefes Leid in tiefen Frieden verwandeln.

Frage: Warum „wählen“ so viele Menschen Leiden und Probleme?

Wählen ist hier der falsche Ausdruck, denn wirklich wählen kannst du nur, wenn du bewusst bist, wenn du dich vom Verstand und seinen konditionierten Mustern trennst und achtsam wirst. Hochintelligente Menschen könne zugleich zutiefst unbewusst sein, völlig mit dem Verstand identifiziert. Wenn zunehmendes Wissen nicht durch entsprechendes Wachstum an Bewusstsein ausgeglichen wird, ist das Potenzial für Unglück sehr groß.